Wie jetzt, noch eine neue Social-Media-Plattform? Nein, keine Angst. Für Pinterest brauchst du keine Community, kein Kommentarmanagement, ja du musst nicht einmal besonders viel Zeit investieren. Denn Pinterest ist eine Suchmaschine. Eine Bilder-Suchmaschine, um genau zu sein. Pinterest für Journalisten erfordert also nur ein wenig Umdenken. 
Denn das ist auch schon der erste, große Vorteil von Pinterest: Das Internet wird immer visueller. Gute Bilder ziehen Follower an. Und auf Pinterest haben deine Posts eine wesentlich längere Lebensdauer, als in jedem Sozialen Netzwerk. Wenn man die Plattform und wie sie für Journalisten funktioniert, einmal verstanden hat und richtig benutzt, ist sie eine unglaublich wertvolle Trafficquelle. Außerdem ist sie eine kostenlose Trafficquelle. Inzwischen kann man zwar Pinterest-Ads schalten, es ist aber nicht zwingend notwendig. 
Pinterest-User sind kaufkräftig und auf der Suche nach Antworten – wer Pinterest aufruft, hat eine konkrete Frage oder ein Problem im Kopf. Wenn du diese Frage beantwortest oder das Problem löst, kannst du die User in Leser für deine Zeitung verwandeln. Und, last but not least, lässt Pinterest sich hervorragend automatisieren. Du musst also langfristig nicht besonders viel deiner kostbaren Zeit investierenWähle unbedingt auch hier einen Business-Account aus, damit du deine Statistiken im Auge behalten kannst. 

Wie du als Journalist optimale resultate auf pinterest erzielst


1. Nische wählen

Hier kommt es, mehr als auf jeder anderen Plattform, wirklich auf den Content an. Wähle zunächst eine grobe Nische. Du schreibst als Journalist für ein Automagazin? Perfekt, Autos sind deine Nische. Du schreibst für eine Regionalzeitung aus Niederbayern? Dann sind vielleicht Tipps für Menschen, die dort leben oder dort Urlaub machen deine Nische.
Nutze diese Nische für die SEO-Optimierung. Nochmal, Pinterest ist eine Suchmaschine. Sorge dafür, dass dein Zeitungs-Content gefunden wird.

2. Profil Optimieren

Lade ein Profilfoto in guter Qualität hoch. Das darf gerne das Logo deiner Zeitung sein, wenn der Account nicht personalisiert ist. In der Pinterest-Bio hast du 160 Zeichen Platz für Keywords. Das ist nicht viel, nutze sie weise. Im Falle der niederbayrischen Zeitung könntest du zum Beispiel Phrasen wie „Urlaub in Niederbayern“, „Ausflugsziele in Niederbayern“ und „Aktivitäten in Niederbayern“ verwenden. Löse dich vom journalistischen Denken und denke wie ein Dienstleister. Überlege dir, was deine Leser suchen könnten und wie du deine Inhalte in diese Kategorien einsortieren kannst. Pinne zum Beispiel Artikel über neue Restaurants, Geschäfte oder Ausflugsziele in deiner Gegend. 

 

3. Pinnwände erstellen

Nimm deine Kategorien und erstelle entsprechende Pinnwände. Pinterest-Experten wie Alexandra Polunin empfehlen mindestens 15 Pinnwände, um alle Wünsche deiner Leser abzudecken. Aber: Wenn du im Redaktionsalltag so viele Boards nicht füllen kannst, dann starte auf jeden Fall mit weniger, die du dafür gut pflegst.

4. Pins erstellen

Ein Pin sollte vertikal und in einem Verhältnis von 2:3 zugeschnitten werden (das bedeutet 735px x 1102px). Pins in anderen Formaten werden wesentlich seltener angeklickt und gehen so unter. Außerdem solltest du Bilder in hellen, warmen Farben für Pinterest nutzen. In dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm Canva gibt es fertige Vorlagen für Pins, in die du nur noch eigene Bilder und Texte einfügen musst. Um Zeit zu sparen, kannst du Pins mit Hilfe von Stock-Photos vorbereiten, die du dann nur noch an den jeweiligen Artikel anpassen musst. 

5. Strategisch pinnen

Pinne so viel du kannst! Und diese Anweisung gilt speziell für Journalisten, denn die Richtlinie ist: 30-50 Pins pro Tag. Das wird aber in den meisten Redaktionen nicht realistisch sein. Deshalb gilt für Journalisten: nimm dir täglich ein paar Minuten, in denen du nach Pins suchst, die deine Leser interessieren könnten. Um beim Beispiel aus Niederbayern zu bleiben, gibst du „Urlaub in Niederbayern“ in die Suchleiste ein und „repinnst“ hochwertige Pins von anderen Usern an das jeweils passende Board. So lieferst du deinen Followern bereits großen Mehrwert und teilst interessanten Content mit ihnen. 
Pinne dann deinen eigenen Content dazu, etwa im Verhältnis 80:20 Fremdcontent/Eigencontent. 

6. Pinnen automatisieren

Das klingt zunächst nach viel Arbeit, aber wie in der Einleitung angesprochen, lässt Pinterest sich hervorragend automatisieren. Ich nutze dazu das Programm Tailwind. Dort kannst du Pins gesammelt hochladen, die dann von Tailwind über einen längeren Zeitraum gepinnt und immer wieder repinned werden. So hältst du deine Pins aktuell im Umlauf und sorgst für mehr Sichtbarkeit. 
Auf diese Weise kannst du zum Beispiel am Ende einer Woche Pins für alle passenden Artikel erstellen und sie gesammelt hochladen. Tailwind pinnt sie dann über die gesamte nächste Woche verteilt immer wieder. So erhalten deine Inhalte eine viel längere Lebensdauer im Internet. 

7. Analytics nutzen

Mit einem Business-Account kannst du auch bei Pinterest deine Analytics einsehen. Probiere einfach aus, was funktioniert und was nicht. Du erfährst über deine Statistiken, welcher Content und welche Pinnwände besonders beliebt sind und kannst deine Strategie daran anpassen.