Online first!“ „Wir müssen den Sprung in die Online-Welt schaffen!“ „Jeder Redakteur muss seine Artikel dafür fertig machen und posten!“ Kommt dir bekannt vor? Mir auch! 
So klang das bei uns in der Redaktion, als ich noch fest angestellt war. Sollte doch kein Problem sein, denn wir alle nutzen ja Soziale Medien auch privat.

Aber ohne System, Strategie und einen gewissen Zeitaufwand ist das pure Zeit- und Ressourcenverschwendung. Solange Redakteure nicht ausreichend im Bereich Social Media geschult werden und solange der Online-Auftritt nicht wirklich priorisiert wird, bleibt der Erfolg aus. Im Gegenteil: Das Ergebnis sind Redakteure, die auf dem Zahnfleisch gehen, von den Neuerungen völlig überrollt werden und am Ende zusammenbrechen. So geschehen in der Redaktion, in der ich angestellt war. Das ist sehr schade, denn eine (Lokal-) Zeitung bringt alles mit was es braucht, um in den Sozialen Medien erfolgreich zu sein.

Der Content ist schon da 

Zunächst: Der Gedanke, bereits vorhandenen Content für den Onlineauftritt zu „recyceln“ ist goldrichtig. Er muss nur zu Ende gedacht werden. Du musst genau wissen, welche Inhalte auf welchen Plattformen funktionieren. Und du musst Content klug vorproduzieren und planen. 

Dann kannst du deine Zeit in Interaktion und Community investieren und nach dem Motto „Versuch macht klug“ herausfinden, welcher Content deine Zielgruppe interessiert. 

 

Wie sagst du, dass du’s besser kannst?

Und nein, „gar nicht“ ist keine Option. Den Burnout wollen wir schließlich um jeden Preis vermeiden. Verhindern wollen wir aber auch, dass dein Chef dich ´rauswirft, weil er dein Anliegen als unverschämt empfindet. Deshalb kommt hier die Checkliste für dein „Ich-brauche-mehr-Raum-für-Social-Media“-Gespräch:  

1. Mache einen Termin aus

Es ist wichtig, dass ihr beide das Gespräch vorher planen könnt. So fühlt dein Chef sich nicht überrumpelt und merkt, dass du ihm nicht mit einer spontanen Idee sondern mit einem Plan kommst. Außerdem erwischst du ihn so nicht in einem schlechten Moment. 

2. Stütze deine Ideen mit Fakten

Steht dein Chef auf Statistiken oder ist er eher ein visueller Typ? Statistiken zur Auswirkung eines durchdachten Social-Media-Auftrittes auf die Zeitungsverkäufe findest du zum Beispiel hier. Beispiele für großartige Social-Media-Kanäle von Medien sind zum Beispiel @maedelsabende von ARD/ZDF oder @zett von der Zeit.

3. Mache eine kosten-nutzenrechnung

Nein, dafür brauchst du kein Mathe. Zeige, was du und deine Kollegen momentan in Social Media investiert. Zeichne ein Stimmungsbild aus der Redaktion. Dann zeige, wie viel besser es laufen könnte, wenn du mehr Zeit und Kapazitäten für Social Media hättest. Zeige auch, wie du diese Zeit effizient zur Content-Planung einsetzen wirst und damit langfristig Zeit sparst. 

4. Lerne deinen Text

Bereite dich auf alles vor. Recherchiere gut und lege dir den Gesprächsverlauf vorher zurecht. Halte dich daran! Versuche, dich auf alle Gegenargumente, die dein Chef anbringen könnte, vorzubereiten. Bereite sachliche Konter vor. Kannst du einmal nicht kontern, sagst du: „Ich informiere mich und reiche die Daten dann nach.“ 

5. Bleibe konsequent und hake nach

Vertraue auf deine Kompetenz. Du weißt aus Erfahrung, dass man Social Media nicht nebenbei machen kann, wenn man zufriedenstellende Ergebnisse erzielen möchte. Lass dich davon nicht abbringen. Wenn du beim ersten Gespräch nicht überzeugen kannst, dann komme wieder und teile Deinem Chef erneut deine Erfahrungen mit. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Bleibe hartnäckig. Es geht schließlich nicht um dich persönlich, sondern um den Erfolg eurer Social Media Aktivitäten.