Du hast die Artikel in der letzten Woche sicher auch gelesen: DuMont stößt alle Regionalzeitungen ab. Der Spiegel schreibt vom „Zeitungssterben“ und von 2019 als „bitterem Jahr für Journalisten“. Traditionsangebote fallen weg, neuen Online-Angeboten fällt es schwer, sich zu entwickeln. Puh. Was für Unkenrufe! Und betrachtet man die Entwicklung der Verkaufszahlen von (Regional-) Zeitungen, möchte man sie fast glauben. Aber wenn du ganz ehrlich bist: Machst du genug für die Sozialen Medien?
Kommunizierst du regelmäßig und kontinuierlich mit deinen Followern? Hast du eine aktive Community, fütterst du den 
Algorithmus? Wenn du auf alle diese Fragen mit einem schallenden „Ja!“ antworten kannst, dann höre jetzt auf zu lesen. Wenn nicht, dann helfe ich dir gern weiter.

Social Media erfordert radikales Umdenken

„Online first“ ist an sich ein guter Gedanke, führt aber oft zu dem Trugschluss, dass Zeitungscontent einfach nur „zuerst“ online gepostet werden muss. In Wirklichkeit muss die Social Media Präsenz einer Zeitung ganz neu gedacht und geplant werden. Erst DANN können die Inhalte im Redaktionsalltag einfach für online zweitverwertet werden. Es ist nämlich wenig sinnvoll, alle Inhalte einfach wahllos online zu stellen. 

Deine Zeitung braucht eine Online-Strategie und die muss absolute Priorität bekommen – zum Beispiel, indem ein Redaktion- oder freier Mitarbeiter exklusiv dafür zuständig ist. Oder indem jeder Redakteur so gut geschult ist, dass er die Social Media Arbeit in seinem Alltag entspannt und motiviert bewältigen kann. Diese Strategie steht auf fünf Säulen: 

 

Leser und zielgruppe kennen  

Du kennst deine Print-Leser, aber kennst du auch deine Online-Community? Die ist nämlich die Grundlage für eine erfolgreiche Social-Media-Präsenz. Beobachte eine Zeit lang, welche deiner Artikel online besonders gut ankommen. Dafür ist Zugriff auf die Analytics deiner Seiten wichtig. Erkenne die Probleme deiner Leser, ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen. Denn auch als Zeitungsredakteur kannst du deinen Lesern dabei helfen. Und wenn du nicht weißt, was deine Community beschäftigt, kannst du auch keine Posts schreiben, die interessiert gelesen und vor allem geteilt werden.

 

keywords

Einen Zeitungsartikel von Anfang an für Suchmaschinen zu optimieren (SEO) ist wenig sinnvoll. Das große Problem mit SEO-Texten ist nämlich, dass so gut wie immer die Qualität und Ästhetik des Textes darunter leidet. Wenn der Artikel online geht, sollten aber doch ein paar Keywords drinstecken. Sie können zum Beispiel in Bildtiteln und -beschreibungen versteckt werden, das honoriert Google mit besserer Platzierung in den Suchergebnissen. Die passenden Keywords findest du zum Beispiel mit den Keyword-Suchmaschinen Ubersuggest oder KWFinder.

formate entwickeln

In den Sozialen Medien zählt vor allem Konstanz, Ästhetik und deine Unique Selling Proposition (USP). Du musst dich von der Konkurrenz abheben, den Usern einen Grund dafür geben, ausgerechnet dir zu folgen. Nun kann ein Zeitungsredakteur nicht stundenlang „instagrammable“  Content produzieren oder bei Terminen alles möglichst schön arrangieren. Deshalb ist das „Format“ eine gute Möglichkeit, Regelmäßigkeit und Wiedererkennungswert zu schaffen. Gute Beispiele dafür sind etwa die „Mädelsabende“ des Funk-Kanals von ARD und ZDF. Du könntest etwa regelmäßig ein „True Crime“-Format aus dem Gericht erzählen oder eine „Menschen von hier“-Rubrik einführen. Bei Instagram kannst du die Storys dann zum Beispiel in deinen Highlights speichern. 

 

Sei social und zeige Gesicht

Von 2017 bis 2018 ist, laut der Edelmann Earned Brand Studie, der Prozentsatz der „Belief-Driven-Buyers“ von 37% auf 54% gestiegen. Das bedeutet, mehr als die Hälfte aller Menschen besonders gern und oft zu treuen Kunden wird, wenn sie an die Werte eines Unternehmens glauben. Besonders spannend für Printmedien ist, dass das größte Wachstum in der Gruppe der >55-jährigen vorliegt. Wenn du in den Sozialen Medien also deine Werte und die Grundsätze deiner Arbeit klar kommunizierst, erreichst du damit nicht nur eine junge Zielgruppe, sondern auch die Zielgruppe der Print-Leser! 
Nutze die Instagram- oder Facebookstory um deine Follower mitzunehmen und ein vertrauensvolles Verhältnis zu deiner Community aufzubauen. 

 

Mehrwert statt Paywall-Ärger

Mal ehrlich: Wie oft steht unter den Artikeln, die du auf Facebook postest, so etwas wie: „Warum muss ich für diesen Artikel bezahlen?“ oder „Schon wieder Paywall, ihr wollt doch nur abkassieren!“? Nervig, oder? Schließlich heisst das, dass deine Leser deine Arbeit nicht zu schätzen wissen! Oder?
Falsch! Facebook-User sind schlicht an kostenlosen Content und an Mehrwert gewöhnt. Du kannst gut und gerne auf Facebook verkaufen. Aber dann musst du eben auch Mehrwert bieten. Das können Abo-Gewinnspiele sein, du kannst Veranstaltungskarten oder Goodies verlosen. Du kannst aber auch Mehrwert bieten, indem du deine Follower zu Terminen mitnimmst, ihnen Blicke hinter die Kulissen zeigst, oder ein kostenloses Format (Freebie) bereithältst – zum Beispiel eine interaktive Baustellen-Karte, einen topaktuellen Veranstaltungsguide oder einen Restaurant- und Kneipenführer. 
Wichtig: Ruh´dich nicht auf einem einzigen Freebie aus! Halte es mindestens regelmäßig aktuell oder erstelle sogar etwas neues. 

Sei dabei, bald geht es los!

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