Dieser Post enthält persönliche Empfehlungen für Kurse und Planungstools, die ich nach aktueller Rechtslage als Werbung kennzeichnen muss. 

facebook für Journalisten könnte so schön sein!

Du hast so um die 30.000 Abonnenten auf deiner Facebook-Seite. Sie lesen deine Beiträge, teilen sie und kommentieren auch fleißig. Du hast also genug Community, um deinen Artikeln eine ordentliche Reichweite zu verschaffen und wir reiten alle glücklich und wohlinformiert in den Sonnenuntergang. 

Die Realität sieht aber eher so aus: Du hast zwar 30.000 Abonnenten die kommentieren und teilen. Aber in der Hauptsache treffen sie sich unter deinen Posts, um sich darüber zu beschweren, dass diese nicht kostenlos zugänglich sind. Wärst du jetzt ein „Influencer“, wäre das fast egal. Reichweite ist Reichweite, Engagement ist Engagement. Aber du willst Zeitungen verkaufen, brauchst also zufriedene, treue Follower, die du als Kunden gewinnen kannst. 

Wie oft heißt es dann „Facebook für Journalisten funktioniert einfach nicht!“ Wie oft wird dann auf die Leser geschimpft. Darauf, dass sie journalistische Arbeit nicht zu schätzen wissen. Keine Ahnung haben, was es kostet, eine Zeitung zu machen. Wie viel Arbeit dahinter steckt. Dass Menschen mit diesem Job ihre Familie ernähren. Aber mal ehrlich: Wie denn auch – wenn du es ihnen nicht zeigst?

 

Facebook-User sind verwöhnt

Sie sind es gewohnt, alles was sie wollen mit ein paar Klicks zu finden. Stoßen sie auf eine Paywall, bedeutet das erst einmal Frust. Und diesen Frust musst du deinen Followern nehmen, indem du ihnen Mehrwert bietest. Gib ihnen einen Grund, deine Seite zu abonnieren und deinen Social Media Kanälen zu folgen. 
Auch auf Facebook brauchst du nicht unbedingt viele Follower, um deine Inhalte zu verkaufen. Du brauchst nur die richtigen. Und denen musst du geben, was sie suchen. Das heißt keinesfalls, dass du deine Inhalte kostenlos raushauen sollst. Verkaufen und Geld verdienen ist das Ziel. Du brauchst also Content mit Mehrwert, den du effizient und zeitsparend neben deinem täglichen Pensum produzieren kannst. 

Exklusivität ist wichtig!

Der erste Schritt zu zufriedenen Facebook-Abonnenten ist Exklusivität. Gewöhne dir an, jede neue Information zuerst bei Facebook zu posten. Das können winzige Teaser mit den puren Grundinformationen sein. Aber gib deinen Followern das Gefühl, Teil eines exklusiven Clubs zu sein, der alles zuerst erfährt. 

Diese Posts kannst du mit „Vor-Ort-Bildern“ anreichern. Fotos sind gut, Videos sind besser. Diese musst du definitiv nicht in Zeitungs-Qualität produzieren. Achte darauf, dass sie scharf und umverwackelt sind und etwas interessantes Zeigen. Komm auf den Punkt und langweile deine Follower nicht erst minutenlang mit Belanglosem. 

Schnapp dir einen Gesprächspartner, zeige „behind the scenes“-Bilder von Orten, an die deine Follower nicht so leicht kommen. Oder erzähle einfach selbst, warum du dort bist. Wenn du dich unwohl damit fühlst, diese Bilder sofort zu posten, schau sie dir in der Redaktion noch einmal an und poste dann. Aber bedenke, dass ein Facebook-Post nach etwa fünf Stunden in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Zerdenke es also nicht. Wenn du dich mit normalen Bild- und Videoposts wohlfühlst, fange an, die Facebook-Story zu nutzen. Damit kannst du gleich zwei Netzwerke bespielen, du kannst deine Facebook-Story nämlich ebenfalls auf Instagram teilen. Damit kostet dich deine Social-Media-Präsenz dann wirklich nur noch ein paar Klicks. 

Gehe Live!

Die nächste Steigerung ist dann das Facebook-Live. Setze diese Funktion ganz gezielt ein, sonst verschwendest du damit deine eigene Zeit und die deiner Follower. Kündige dein Livevideo rechtzeitig an oder gehe regelmäßig, immer zur gleichen Zeit Live. Du kannst zum Beispiel Live Fragen deiner Leser beantworten, wenn es um ein besonders großes oder kompliziertes Thema geht. Oder wenn du in den Kommentaren zu deinem Artikel siehst, dass es noch viel Klärungsbedarf gibt. 

Alternativ kannst du jeden Freitag für eine bestimmte Zeit live gehen, um die Themen der Woche mit deinen Lesern zu besprechen. Vielleicht hat ja sogar dein Chefredakteur Lust auf eine regelmäßige Frage-Antwort-Stunde? 
Wenn du Sportredakteur bist und eine engagierte Leserschaft hast, nimm deine Leser doch mal Live mit zu einem Sportevent und lass´ endlich deinem inneren Sportkommentator freien Lauf! 

Facebook ist ein soziales Netzwerk

„Äh, schon klar!“ sagst du jetzt wahrscheinlich. Aber nutzt du Facebook auch so? Oder wirfst du deinen Followern Brocken deiner Arbeit vor die Füße und überlässt es dann „dem Social Media Team“, dafür zu sorgen, dass die Diskussionen fair und niveauvoll bleiben? Das reicht leider nicht. Die Menschen kommen nicht zum konsumieren auf Facebook, sie möchten sich austauschen. Sie möchten mit dir über deine Arbeit reden. 
Poste also nur das auf Facebook, was du auch betreuen kannst. Das heißt nicht, dass du die Arbeit mit nach Hause nehmen und 24/7 Kommentare beantworten musst. Behalte deinen Post einfach für eine Stunde im Auge und beantworte relevante Fragen und Kommentare selbst. So stellst du nicht nur deine Follower zufrieden. Je mehr Engagement dein Post hat, desto länger bleibt er relevant und desto besser werden auch deine zukünftigen Posts vom Facebook-Algorithmus ausgespielt!

Plane voraus

Auch Facebook-Posts kannst du mit Planungstools vorausplanen. Ich nutze hierfür (wie auch für Tweets) den Anbieter Hootsuite. Sammle zum Beispiel Fotos, die es nicht in deine Artikel schaffen und streue sie regelmäßig auf deiner Facebookseite ein. Erstelle eine Videoserie zu einem bestimmten Thema. Oder sammle Leserfotos, die du regelmäßig postest. Und du kannst deine Instagram-Posts automatisch auch auf Facebook teilen. So hast du regelmäßige Inhalte ohne viel Aufwand. 

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